Ein Festival, das berührt

Wo fängt man an, die Geschichte von Geistesblitz zu erzählen? Vielleicht bei der älteren Frau, die sich stundenlang am Rathaus aufgehalten hat, so interessiert von Stand zu Stand ging, dass sie sich kaum losreißen konnte. Sie verabschiedete sich bei mir mit den Worten: „Das ist ja so toll, dass müsst ihr jetzt jedes Jahr machen!“.

Bei den Jugendlichen, die mit dem e-Roller vorbeikamen, und bei den Lego Bausteinen hängen geblieben sind. Besucher*innen, die von der Führung über die Haus-des-Wissens-Baustelle zurückkamen und meinten, es sei Wahnsinn, mal so einen Einblick bekommen zu haben und alle Fragen stellen zu können. Erwachsene, die bis 22 Uhr Pflanzenfarbe aus Rotkohl herstellten und damit malten. Vortragsräume, die weit über die Zeit gefüllt blieben, weil so rege diskutiert wurde. Glänzende Augen und strahlende Gesichter von Kindern bei den Experimenten auf dem Campus der THGA.

Wissenschaftler*innen, die berichtet haben, wie unterhaltsam und wertvoll es für sie war, ihre Forschung auf diese Art und Weise in die Stadtgesellschaft zu transportieren.

 

Vielfalt zeigen und (er)leben

Am 25.September 2026 fand das erste institutionenübergreifende Wissensfestival in Bochum statt. Über 1.500 Besucher*innen kamen an 8 Orten mit mehr als 40 Mitmachstationen zusammen, um gemeinsam zu experimentieren, diskutieren und Neues auszuprobieren.

Die Innenstadt teilte sich auf in die fünf thematischen Inseln „Von Gestern Richtung Morgen“ (Blue Square), „Vielfalt trifft Nachhaltigkeit“ (Rathausvorplatz und Rathaus), KI, aber sozial“ (Stadtbücherei), „Einsamkeit und Grenzen überwinden“ (Quartiershalle der Kofabrik) und „MINT für die Zukunft“ (Technische Hochschule Georg Agricola und Deutsches Bergbaumuseum). Dabei reichten die Angebote von Vorträgen, über Ausstellungen, Experimente, Bastelaktionen, Baustellen- und Stadtführungen, Gesprächsformate, (VR-)Simulationen bis hin zu DJ-Sets, Science Slam und Mondbeobachtungen.

Ein junger Besucher, der nur zufällig vorbeikam, geht mit dem Eindruck: „Es war sehr international, man hat hier Vieles mitgenommen.“ Die Anliegen des Festivals, Menschen zusammenzubringen, Wissenschaft in ihrer Vielfalt erlebbar zu machen, Grenzen zu überwinden, sind sichtbar geworden.

 

Ein starkes Netzwerk wird sichtbar

Oder man erzählt die Geschichte von der Organisationsseite her: das monatelange Planen, Tüfteln, Köpfe zusammenstecken. Das wäre ohne unser großartiges Wissensnetzwerk in Bochum so nicht möglich gewesen. Die Bochumer Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Stadt Bochum, die vhs, die Stadtbücherei, die IHK, Bochum Marketing, das Stadtarchiv, das Planetarium, zivilgesellschaftliche Institutionen u.v.m. – wirklich alle haben sich beteiligt.

Auch das Fazit danach bleibt positiv. Eine Mitorganisatorin resümiert: „Das war eine der schönsten Veranstaltungen dieses Jahr“.

 

Raum für Neues

Geistesblitz war das erste Wissensfestival in Bochum. Es hat den Raum geöffnet für Begegnung und Ko-Kreation. Für innovative Wissensvermittlung abseits des Hörsaals. Lebendig wurde es durch die Menschen.

Lisa König (Geschäftsführerin UniverCity Bochum e.V.) berichtet: „Wenn viele verschiedene Zielgruppen sich begegnen, passiert etwas ganz Magisches. Alle arbeiten zusammen. Innovation entsteht. Es entsteht eine Art Community“. Die rege Beteiligung hat uns gezeigt, wir sind auf dem richtigen Weg.

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  • Fasziniert beobachten Besucher*innen 3d-Druck von THALESruhr (Hochschule Bochum) live in action

  • Besucher*innen auf dem Weg zu Baustellenführung vom Haus des Wissens

  • Mensch-Roboter Interaktion vom Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre (MPI) in der Stadtbücherei Bochum.

  • Science Slam zum Thema Künstliche Intelligenz in der Stadtbücherei Bochum

  • Menschen basteln Armbänder mit Vereint Bochum e.V. und sprechen über Einsamkeit

  • Eine Frau probiert einen Alterungsanzug der EvH Bochum aus

  • Begeisterte Beteiligte unterwegs in den Straßen der Innenstadt

  • Wissenschaftsshow auf dem Rathausplatz von „Die Physikanten“

  • Architekturmodell des Haus des Wissens

  • Musikalischer Abschluss mit DJ-Sets vom Cute Community Radio

  • Kunstinstallation aus der Ausstellung „Qunst* – Künstlerische Arbeiten aus und mit queeren Perspektiven“ von Studierenden der EvH Bochum

  • Besucher*innen jeden Alters bestaunen den Roboterhund RUBy des Forschungsbereichs SFB 1683 der RUB

  • Der Förderturm des Bergbaumuseum wird vom Geistesblitz erleuchtet

  • Der Graphic Designer Helge Windisch fängt das Geschehen des Wissensfestivals bildlich ein

Zitat aus einer der beteiligten Institutionen aus unserem Netzwerk:

„Auf jeden Fall würde ich wieder teilnehmen wollen! Ich persönlich finde den Grundgedanken hinter Geistesblitz unterstützenswert und wichtig. Für unsere Institution war es eine super Gelegenheit sich zu präsentieren und wir haben schon Ideen gesammelt was wir beim nächsten Mal (wenn es denn wieder stattfindet) anders machen wollen würden.

Ich finde ´Geistesblitz´ könnte ein tolles, regelmäßiges Stadtfest werden, welches dazu beitragen kann die Stadt Bochum als Wissenschaftsstandort mehr zu definieren.“