Wie aus Expert*innen Mitgestalter*innen werden

Bereits zum zweiten Mal haben wir unser Zertifikatsprogramm „Wissen gemeinsam gestalten“ gemeinsam mit unserem Kooperationspartner City2Science umgesetzt. Das Programm richtet sich an Menschen aus Wissenschaft, Verwaltung und an wichtigen Schnittstellen in Bochum, die ihre Arbeit künftig kooperativer und praxisnäher gestalten möchten.

Aus rund 60 Bewerbungen wurden 50 Teilnehmende ausgewählt, die sich in fünf aufeinander aufbauenden Workshops intensiv mit kreativen Methoden und Tools für innovative Zusammenarbeit auseinandergesetzt haben. In interdisziplinären und sektorenübergreifenden Teams wendeten sie diese an selbstgewählten Challenges an und entwickelten gemeinsam neue Lösungsansätze für gesellschaftliche Herausforderungen in Bochum.

Nach dem erfolgreichen Abschluss im Februar blicken fünf Teilnehmende zurück: Sie berichten von ihren Erfahrungen im Programm und davon, was sie bis heute in ihren Arbeitsalltag mitnehmen.

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Jasmin Gerau
(Referentin der Präsidentin, Gleichstellungsbeauftragte / Technische Hochschule Georg Agricola)

Was hat Dich dazu motiviert, am Zertifikatsprogramm teilzunehmen?

Für mich waren zwei Sachen gleichermaßen motivierend:
Zum einen fand ich die angekündigten Themen, insbesondere die Methoden zum kollaborativen Zusammenarbeiten, spannend,
die eine gute Erweiterung meiner professionellen Tools versprachen. Zum anderen empfand ich die Idee des Netzwerkens – insbesondere über einen längeren Zeitraum und mit sehr unterschiedlichen Akteur:innen aus Bochum – als einen besonderen Mehrwert des Programms.

Programmteilnehmende um einen Tisch herum, in der Mitte veranschaulicht Jasmin Gerau etwas anhand eines Legomodells.

Welches Modul oder welcher Moment ist Dir besonders in Erinnerung geblieben – und warum?

Sehr viel Spaß haben mir die Kreativitätstechniken gemacht. Unabhängig von unseren üblichen Aufgaben in unseren jeweiligen Arbeitskontexten konnten wir hier unserer Kreativität wirklich Raum geben. Das war dann auch die – zugegeben etwas unkonventionelle – Geburtsstunde unseres späteren Projekts, an dem wir die Termine gearbeitet haben. Das hat auch die Gemeinschaft der Arbeitsgruppe noch einmal deutlich angeregt und die Motivation gesteigert, gemeinsam an einem nicht sehr einfachen Thema weiterzuarbeiten.

Was nimmst Du konkret aus dem Programm für Deine Arbeit mit?

Für meine derzeitige Arbeit nehme ich sicherlich ein neues Netzwerk mit. Schon jetzt habe ich festgestellt, dass diese Kontakte, gerade wenn man in Bochum aktiv ist, sehr wertvoll sind! Auch die theoretisch-methodischen Inputs waren wirklich stark und ich bin gerade dabei ein Konzept zu entwickeln, wo ich diese in die Anwendung bringe.

Für wen würdest Du das Programm besonders empfehlen?

Ich halte das Programm für Personen, die organisationsübergreifend arbeiten, für sehr sinnvoll. Eine weitere Voraussetzung ist m.E. die eigene Offenheit, etwas über andere Personen und Organisationen zu erfahren und deren Perspektiven anzuerkennen, für sehr wichtig! Die Unterschiede zwischen Hochschulen, Verwaltung und Wirtschaft waren nicht so wichtig wie die individuelle Offenheit und Neugier der Teilnehmenden.

Rasmus Nordholt-Frieling
(Kulturreferent, Stadt Bochum)

Was hat Dich dazu motiviert, am Zertifikatsprogramm teilzunehmen?

Kreativität entsteht immer dort, wo unterschiedliche Blickwinkel auf ein Thema zusammenkommen. Daher finde ich die Kooperation unterschiedlicher Strukturen für die Entwicklung und Realisierung innovativer Ideen sehr inspirierend und dringend geboten.

Teilnehmde des Zertifikatsprogramm in der Mittagspause

Welches Modul oder welcher Moment ist Dir besonders in Erinnerung geblieben – und warum?

Neben den interessanten und hilfreichen Inhalten, stand für mich das Thema Netzwerk sehr im Vordergrund. Ich habe es als sehr bereichernd empfunden, mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenzukommen, die Überschneidungen zu entdecken und in den Austausch über unsere Stadt zu kommen.

Was nimmst Du konkret aus dem Programm für Deine Arbeit mit?

Das Programm hat das gegenseitige Verständnis der unterschiedlichen Arbeitsrhythmen und -logiken gestärkt. Dieses Verständnis ist notwendig, um sinnvoll zusammenarbeiten zu können und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.

Für wen würdest Du das Programm besonders empfehlen?

Ich kann das Programm allen empfehlen, die es reizt, außerhalb der eigenen Box zu denken; und allen, die nicht merken, dass sie innerhalb einer Box denken. 😉

Gözdem Dittel
(Innovationsfeld Materials / Bochum Wirtschaftsentwicklung)

Was hat Dich dazu motiviert, am Zertifikatsprogramm teilzunehmen?

Mich hat motiviert, den Aufbau des neuen Innovationsfeldes „Materials“ in Bochum noch stärker aus einer vernetzten Perspektive zwischen Forschung, Wirtschaft und Verwaltung heraus zu gestalten.

Welches Modul oder welcher Moment ist Dir besonders in Erinnerung geblieben – und warum?

Werkzeuge für systemische Kooperation im Innovationsökosystem, neue Perspektiven auf Transfer in technologiegetriebenen Feldern, wertvolle Einblicke in eher sozial- und anwendungsgetriebene Logiken und Arbeitsweisen an den Schnittstellen von Forschung, Verwaltung und Wirtschaft.

Teilnehmerin des Zertifikatsprogramm erläutert Bild vor einer Gruppe

Was nimmst Du konkret aus dem Programm für Deine Arbeit mit?

Das Programm hat das gegenseitige Verständnis der unterschiedlichen Arbeitsrhythmen und -logiken gestärkt. Dieses Verständnis ist notwendig, um sinnvoll zusammenarbeiten zu können und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln.

Für wen würdest Du das Programm besonders empfehlen?

Für Menschen, die nicht nur über Innovation sprechen, sondern sie an der Schnittstelle von Forschung, Stadt und Wirtschaft konkret umsetzen wollen, gerade in dynamischen Transformationsregionen wie Bochum.

Elisa Zander
(Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Evangelische Hochschule Bochum)

Was hat Dich dazu motiviert, am Zertifikatsprogramm teilzunehmen?

Mit meiner Teilnahme am Zertifikatsprogramm wollte ich gezielt neue Akteur*innen aus Bochum kennenlernen und mein Netzwerk erweitern. Mir ging es darum, neue Perspektiven und Arbeitsweisen kennenzulernen, da man im eigenen Arbeitsumfeld oft in gewohnten Denkmustern bleibt. Das Programm bot mir die Möglichkeit, frische Inspiration zu gewinnen und Synergien zu schaffen.

Teilnehmende des Zertifikatsprogramm unterhalten sich vor Flip-Chart

Welches Modul oder welcher Moment ist Dir besonders in Erinnerung geblieben – und warum?

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Endveranstaltung. Die beeindruckenden Räumlichkeiten von G DATA sowie die Präsentationen der einzelnen Gruppenergebnisse waren äußerst inspirierend. Es herrschte eine spürbare Atmosphäre von Freude und Zuversicht. Man konnte erleben, wie sich alle Teilnehmenden darauf eingelassen haben, über ihre eigenen Grenzen hinaus zu denken und kreativ zu werden.

Was nimmst Du konkret aus dem Programm für Deine Arbeit mit?

Ich nehme aus dem Programm mit, meine eigene Denk- und Arbeitsweise nicht als allgemeingültig zu betrachten. Stattdessen möchte ich mich bewusst darauf einlassen, andere Arbeitslogiken und Denkmuster anzuerkennen und ihnen mit Neugier zu begegnen

Für wen würdest Du das Programm besonders empfehlen?

Ich würde das Programm vor allem Menschen empfehlen, die bisher kaum Berührungspunkte mit anderen Bereichen hatten und die bewusst Lust haben, sich auf neue Perspektiven und Experimente einzulassen.

Beate Tiemann
( Referentin des Rektors für politische Kommunikation und Netzwerke / Ruhr-Universität Bochum)

Was hat Dich dazu motiviert, am Zertifikatsprogramm teilzunehmen?

Ein solches Programm bietet nicht nur die Gelegenheit, neue Kolleg*innen kennenzulernen, sondern auch eine andere Sicht auf die für die Stadt Bochum als Wissenschaftsstandort wichtigen Themen zu erhalten. Zusätzlich bietet es die Möglichkeit, sich verschiedene Methoden und Instrumente für kollaboratives Arbeiten anzueignen und kennenzulernen.

Welches Modul oder welcher Moment ist Dir besonders in Erinnerung geblieben – und warum?

Modul 3 zur Methodenwerkstatt ist mir in besonderer Erinnerung geblieben, weil wir bei diesem Modul über die „3×5“- Brainstorming Methode den „Durchbruch“ bei unserem Projekt erzielt haben. Danach hatten wir alle eine Idee im Kopf, die wir weiterentwickeln und an der wir arbeiten konnten.

Zertifkatübergabe Abschlussveranstaltung Zertifikatsprogramm

Was nimmst Du konkret aus dem Programm für Deine Arbeit mit?

Ich habe während des Zertifikatsprogramms viele Menschen mit spannenden Arbeitsfeldern und verschiedenen Perspektiven kennengelernt. Dadurch konnte ich die Sicht auf meine eigene Arbeit erweitern. Ich habe außerdem viele Methoden aus dem Design Thinking kennengelernt und versuche auch während meines Arbeitsalltags immer wieder z.B. die vorgestellten Brainstorming-Methoden anzuwenden.

Für wen würdest Du das Programm besonders empfehlen?

Für Kolleg*innen aus der Wissenschaft sowie aus der (Hochschul)verwaltung, die neugierig sind, sich gerne auf kreative Prozesse einlassen möchten und vor allen Dingen Spaß daran haben, neue Menschen und deren Perspektiven kennenzulernen und sich bei einer gemeinsamen Projektarbeit auszutauschen.

Jetzt Lust beim nächsten Mal dabei zu sein? Der nächste Durchgang unseres Zertifikatsprogramm startet voraussichtlich im Herbst 2027.