Bochum ist die Wissenschaftshochburg im Ruhrgebiet - sieben Hochschulen, rund 56.000 Studierende und annähernd 10.000 Beschäftigte stehen für eine einzigartige akademische Vielfalt.

UniverCity Bochum ist der Zusammenschluss der Stadt Bochum, der Bochum Marketing GmbH, der IHK Mittleres Ruhrgebiet, des Akademischen Förderungswerkes, des Deutschen Bergbau-Museums sowie von sieben Bochumer Hochschulen.

Das gemeinsame Ziel der Partner ist die weitere Stärkung Bochums als Stadt der Wissenschaft und Bildung und eine stärkere Identifikation der Bochumer Bürgerinnen und Bürger mit den wissenschaftlichen Einrichtungen der Stadt.

Mit UniverCity Bochum haben Stadt, Hochschulen und weitere Partner hierfür ein Format der Zusammenarbeit geschaffen.

11. Januar 2017

11. Januar 2017 | BeComing Friends: Wenn aus Fremden Freunde werden

Über das Patenschaftsprogramm für ausländische Studierende und Bochumer Bürger

Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Referat für Kommunikation
Wenn aus Fremden Freunde werden: Christian Kostadinov und Peter Basa.
Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Referat für Kommunikation

Christian Kostadinov (26) und Peter Basa (48) sind auf den ersten Blick völlig verschiedene Menschen: Während ersterer vor zwei Jahren aus Bulgarien ins Ruhrgebiet kam, um an der RUB Economics im Master zu studieren, ist letzterer bereits seit Jahren in Bochum zu Hause und arbeitet beim Straßenverkehrsamt.
Durch das Patenschaftsprogramm „BeComing Friends“ lernten sich die beiden kennen und entdeckten seitdem viele Gemeinsamkeiten. Vor allem der Fußball schweißte die beiden zusammen: Gemeinsam besuchten sie die „Mythos-Tour“ auf Schalke und sahen sich Amateurfußballspiele in Oberhausen an. Als leidenschaftlicher Schalker hat Peter den ehemaligen Bayern-Fan Christian mittlerweile angesteckt – auch er fiebert jetzt mit dem Ruhrgebiets-Verein.

Peter Basa sieht sein Engagement für BeComing Friends als Ehrenamt, mit dem er sein Bochum auch international präsentieren kann: „Die Stadt Bochum kann einem schnell ans Herz wachsen. Man hat ja hier im Ruhrgebiet einen richtigen Schmelztiegel mit einer großen kulturellen Vielfalt und zig Nationen, die hier zusammentreffen.“  Auch Peter bekommt viel zurück durch seine Teilnahme am Projekt: „Bei BeComing Friends sitzt die ganze Welt an einem Tisch. Wir haben Studierende aus China, Afghanistan, Russland, Bulgarien... Dabei lerne ich interessante Menschen kennen und bekomme einen Einblick in andere Länder, Lebensvorstellungen und Kulturen.“

Christian Kostadinov, der bereits seit mehr als fünf Jahren Deutsch lernt, macht durch das Patenschaftsprogramm immer wieder neue Erfahrungen, die ihn auch seine Heimat Bulgarien reflektieren lassen: „Ich bin schon überrascht, dass es an der Uni so viele Rollstuhlfahrer gibt. Wahrscheinlich glauben viele, dass es für sie nicht so bequem ist, aber sie kommen überall hin: in die Kneipe, in die Disco. Sowas habe ich zu Hause noch nie gesehen.“ Für Christian bringt die Patenschaft neben neuen kulturellen Erfahrungen auch einen praktischen Nutzen mit sich: „Ich glaube, ich habe wirklich Glück mit Peter. Egal, welche Frage ich habe, er kann es mir erklären.“ Da geht es dann zum Beispiel darum, wie man die Mietkaution zurückfordert, ob ein Vertrag unterschrieben werden kann oder was Briefe in deutscher Amtssprache eigentlich genau aussagen.

Wie viel Zeit die TeilnehmerInnen in das Projekt investieren, wie oft sie sich treffen oder welche Unternehmungen sie planen, bleibt dabei frei wählbar. Es gibt immer wieder gemeinsame Ausflüge, so zum Beispiel eine gemeinsame Fahrradtour oder ein Besuch der Nacht der Industriekultur. Einmal im Monat finden Stammtischtreffen statt, für die Christian auch schon zweistündige Anfahrten in Kauf genommen hat. „Ein, zwei Mal war ich auch nicht da. Aber ich hatte die Gewissheit: ‚Jetzt verpasse ich was‘“, erzählt Peter.

Zurzeit liegen Projektkoordinatorin Anke Reckmann vom AKAFÖ über 40 Anfragen von ausländischen Studierenden vor, für die bisher keine Bochumer Paten gefunden werden konnten. Deswegen sucht das Projekt noch nach Bochumer Bürgern, die eine Patenschaft übernehmen und sich für BeComing Friends engagieren. Christian dazu: „Natürlich wäre es sehr gut, wenn jeder internationale Studierende einen Paten finden könnte. Integration ist das Wichtigste. Viele meiner Freunde sind auch Ausländer… und ja, untereinander ist es oft einfacher, aber von Anfang an habe ich mir vorgenommen, mit Deutschen in Kontakt zu kommen und mich richtig zu integrieren.“

Christian und Peter sind ein gutes Beispiel, wie aus Fremden Freunde werden können. Der Urlaub in Sofia ist bereits fest eingeplant für die Zeit, wenn Christian wieder in Bulgarien lebt. „Wenn man so einen Insider-Kontakt hat, muss man den ja auch nutzen!“, sagt Peter und freut sich schon darauf mit Christian Bulgarien zu bereisen. Bis dahin allerdings wollen beide bei BeComing Friends bleiben und weiter zusammen Bochum und das Ruhrgebiet entdecken.

Über das Projekt:
„BeComing Friends“ ist ein vom Akademischen Förderungswerk und dem Verbund UniverCity Bochum getragenes Patenschaftsprogramm, das ausländische Studierende mit Bochumer Bürgerinnen und Bürgern zusammenbringt und deshalb auch vom städtischen Integrationszentrum gefördert wird. Ziel von "BeComing Friends" ist es, den kulturellen Austausch zwischen internationalen Studierenden und Bürgern aus Bochum und die Identifikation mit dem Hochschulstandort Bochum zu fördern.

Interessenten können sich HIER anmelden oder sich bei Anke Reckmann informieren.
AKAFÖ
Anke Reckmann
Universitätsstraße 150
44801 Bochum
T 0234 32-27412
anke.reckmann@akafoe.de

 

 

 

 



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